
Mitte des 15. Jahrhunderts teilte sich der Pappenheimer Famillenzweig in
vier Linien auf. Der Zusammenhalt trotz religiöser Verschiedenheit wurde durch
Famillenverträge bewahrt.
Die Söhne des Marschalls Haupt II. begründeten 1444 die vier Pappenheimer
Linien:
Das Stadtwappen zeigt einen
Mohrenkopf mit gekräuselten Haar und einer Stirnbinde. Die Pappenheimer
Marschälle führten in Ihrer Helmzier eigenartigerweise diesen Mohrenkopf. Es
erhebt sich nun die Frage, wie die Marschälle gerade zu diesem Wappen kamen,
zumal andere Ritter jener Zeit Adler, Löwen oder andere stolze Symbole in Ihren
Wappen führten. Auf den ältesten Siegeln der Marschälle findet man einen edlen
Männerkopf, der, wie man durch Vergleich mit alten Münzen festgestellt hat, das
Haupt des Hiero von Syrakus darstellt. Die Farben des Kaisers waren Schwarz und
Gold. Durch Mißverstehen der Farben sowie durch Unwissen der damaligen
Siegelstecher hat sich zunächst ein typischer Negerkopf, dann sogar eine Mohrin
mit Zöpfen entwickelt. Im Laufe der Zeit entstand später wieder ein Mohrenkopf,
der heute im Wappen zu sehen ist.
Das erste bekannte Siegel der Marschälle von 1251 zeigt einen Kaiserkopf
nach Vorbild antiker Kaisermünzen. Das Wappen mit den Eisenhüten taucht
erstmals Mitte des 14. Jahrhunderts auf. Das erstmals 1335 nachweisbare Siegel
der Stadt Pappenheim trägt einen mit Stirnbinde geschmückten Kopf. Durch eine
sich vergröbernde Darstellung wurde aus dem Kaiserkopf ein Mohrenkopf. So zeigt
ein Siegel von 1378 ein fratzenhaftes Gesicht mit hoher dreizackiger Krone.
Die Züricher Wappenrolle dokumentiert die aus dem Pelzwerk (heraldisch Fee)
abgeleiteten Eisenhüte. Der Mohrenkopf des Siegels wandert in die Helmzier. Im
15. Jhd. gesellt sich dem Kopf ein weiblicher Oberkörper bei; im 16. Jhd.
kommen zwei abstehende Zöpfe hinzu. Ebenfalls in der Helmzier führen die
Pappenheim gekreuzte Schwerter auf schwarz - rot geteilten Fahnen als Zeichen
des Marschallamtes.
Durch eine Wappenbesserung 1530 führten die Erbmarschälle neben den Eisenhüten
noch die sächsischen, gekreuzten Schwerter